Warum kommt keiner? – Zur Teilnahme an Maßnahmen motiviert

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Immer wieder finden Angebote zur Gesundheitsförderung schwer Anklang unter den Mitarbeitenden. Dahinter können vor allem im Setting Krankenhaus und Pflegeeinrichtung zwei grundlegende Aspekte stecken. Zum einen die Wahrnehmung der Intention eines Angebots und zum anderen die Bedingungen eines Angebots.
Erster wichtiger Aspekt einer Inanspruchnahme ist die Glaubwürdigkeit und Einschätzung der Intention solcher Angebote. Erfahren Mitarbeitende im Arbeitsalltag generell zu wenig oder kaum Wertschätzung, z.B. herrscht ein raues und unpersönliche Klima, Bitte und Danke haben Seltenheitswert oder wird ein Leitsatz, wie „Unsere Mitarbeitenden und ihre Gesundheit stehen an oberster Stelle“ in den kleinen Dingen des Alltag nicht gelebt, sondern – überspitzt gesagt – nur in Form von zusätzlichen Aktionen hervorgehoben, leidet das Betriebliche Gesundheitsmanagement. Angebote der Betrieblichen Gesundheitsförderung werden dann vielmehr als zweckgerichtet und nicht authentisch empfunden. Ein teilweise tiefes Misstrauen entsteht, eine geringe Akzeptanz breitet sich aus und schlägt sich direkt in der Nutzung nieder: die Teilnahmen bleiben aus bis hin zu negativen Äußerungen. Nur wenn Mitarbeitende tagtäglich Wertschätzung persönlich erfahren, begreifen sie auch das BGM und BGF-Angebote als eine wertschätzende Maßnahme und somit wertfrei, nicht zweckgerichtet, glauben an eine positive Intention und zeigen Akzeptanz. Eine wertschätzende Unternehmenskultur, Führung und Umgang miteinander bildet somit den Grundstein für ein erfolgreiches Betriebliches Gesundheitsmanagement.

Zweiter wichtiger Aspekt ist die Gestaltung der Maßnahmen und deren Passung in den Arbeitsalltag. Oftmals handelt es sich Angebote, die außerhalb der Arbeitszeit und somit in der Freizeit stattfinden. Gerade im unregelmäßigen Schichtdienst ist es eine große Herausforderung Privat- und Arbeitsleben in Einklang zu bringen und eine gute Life-Balance herzustellen. Vor allem für Pflegekräfte oder Ärzte mit Kindern oder zu pflegenden Angehörigen ist jede Minute kostbar und kann schlichtweg nicht geopfert werden. Darüber hinaus sind Teilnahmen nicht selten unmöglich, da aufgrund der Dienstplangestaltung, Arbeitsspitzen und generellem Arbeitsaufkommen Pflegekräfte und Ärzte schlichtweg nicht daran teilnehmen können. In einem ersten Schritt gilt es genau zu erfassen, wo Hürden liegen und wie Angebote im Schichtdienst gestaltet sein müssen. In einem zweiten Schritt gilt es primär an der Tätigkeit an sich anzusetzen und Maßnahmen anzubieten, die im Arbeitsalltag, optimalerweise aufsuchend und während der Arbeitszeit stattfinden.Ziel des BGM sollte es sein, die Arbeitsbedingungen und die Tätigkeit an sich gesundheitsförderlich zu gestalten und nur nachrangig Maßnahmen nach Dienstschluss anzubieten.

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