Wertschätzung und Gesundheit – Eine Bestandsaufnahme

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Im Kontext von Pflegenotstand, Ärztemangel und demographischem Wandel sehen sich Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen besonderen Herausforderungen und Handlungsfeldern gegenüber. Akuter Personalmangel, der mit hohem Zeitdruck sowie Arbeitsaufkommen einhergeht ist ein zentrales Problem. Hinzu kommen viele Überstunden und das kurzfristige Einspringen für nicht besetzte Dienste und ungünstig gestaltete Schichtwechsel. Das Wissen, um die Folgen von zu geringer Kapazität und Versorgungszeit für Patienten und Pflegebedürftige, wird als eine hohe Belastung wahrgenommen, die auch zur Entscheidung „Berufswechsel“ führt.

In diesem Druck und der Hektik zeigt sich, dass die Kommunikation und Kooperation innerhalb und zwischen den Berufsgruppen in den Einrichtungen nicht optimal läuft und leidet. In vielen Teams kommt es durch Hierarchiegefälle, Qualifikations-, Generations- sowie kulturelle Unterschiede zu Spannungen und Konflikten, die die Situation zusätzlich erschweren. Es treffen unterschiedliche Auffassungen und Einstellung aufeinander.

Führungskräfte sind somit mit besonderen Herausforderungen konfrontiert, allerdings haben sie aufgrund des hohen Arbeitsaufkommens und breiten Aufgabenspektrums in der Regel nicht die nötigen zeitlichen Ressourcen, um ihren Führungsaufgaben gerecht zu werden. Nicht selten wird der Führungsaufgabe sowohl von Seiten der Organisation als auch von der Führungskraft selbst vom Selbst- und Rollenverständnis her eine zu geringe Wertigkeit beigemessen. Mangelnde Fort- und Weiterbildungen im Bereich der Führungskräfteentwicklung verschärfen dies.

Insgesamt zeigt sich das Fehlen einer gesunden und wertschätzenden Kultur als ein grundlegendes Problem und in Kliniken und Pflegeeinrichtungen wird eine hohe Belastung und Unzufriedenheit auf Grund mangelnder bzw. fehlender Wertschätzung und Anerkennung allgemein geäußert. Stress, Verspannungen, geringere Arbeits- und Leistungsfähigkeit bis hin zu Frustration und innerer Kündigung sowie Gratifikationskrisen lassen sich als Auswirkungen fehlender Wertschätzung beobachten. Viele Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen sind demzufolge mit hohen Fehlzeiten, vielen Langzeiterkrankten sowie einer hohen Fluktuation oder nicht besetzten Stellen konfrontiert. Wertschätzung bzw. fehlende Wertschätzung wirkt sich auf unterschiedliche Weise sowohl positiv als auch negativ auf unsere Gesundheit aus. Fehlende Wertschätzung empfinden wir dabei belastender als etwa eine generell hohe Arbeitsbelastung und wir werden krank oder resignieren. Wertschätzung setzt in uns hingegen Hormone frei, wir können uns besser konzentrieren, können mehr leisten, fühlen uns besser oder bauen Vertrauen auf. Außerdem wirkt sie als soziale Unterstützung, Stresspuffer und Motivationsfaktor und nimmt einen positiven Einfluss auf das Arbeitsklima, die Moral und Bindung.

Täglich gelebte Wertschätzung ist vor allem in schwierigen Zeiten und Situationen, wie sie Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen gegenübersehen, bedeutungsvoll und ist wertvolle Hilfe bei der Förderung und dem Schutz der Gesundheit der Mitarbeitenden. Die Etablierung eines systematischen und nachhaltigen Betrieblichen Gesundheitsmanagements, welches Wertschätzung in den Fokus rückt, ist ein erfolgsversprechender Schritt. Es bietet die Möglichkeit die kleinen Dinge des Alltags in den Blick zu nehmen und das grundlegende Miteinander wertschätzender zu gestalten, um eine schützende Basis aufzubauen. Durch verschiedene Maßnahmen des Betrieblichen Gesundheitsmanagements kann den Mitarbeitenden die Bedeutung von Wertschätzung vermittelt, Wertschätzung auf verschiedenen Ebenen etabliert und vor allem auch Wertschätzung entgegengebracht werden.

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